Untergewicht beim Hund, Magere Zeiten

Die Ergebnisse auf der Hunde-Waage haben rassebedingt eine große Spannweite. Von wenigen Kilo bei kleinen Schoßhündchen bis heran an die hundert Kilo einer dänischen Dogge sind alle Gewichtsklassen vertreten.  Dazwischen bleibt viel Raum für Spekulationen: dick, dünn, sportlich, mopsig, drahtig oder ist es doch nur der dicke Pelz, der die Figur kaschiert? Neben zu gut genährten und dicken Tieren, gibt es auch immer wieder Vertreter, die zu Untergewicht und Abmagerung neigen. Einem dauerhaft mageren Zustand seines Tieres sollte jeder Hundebesitzer genau auf den Grund gehen, da auch ernsthafte Erkrankungen ursächlich sein können. Doch ab welchem Stadium ist mein Vierbeiner wirklich zu dünn oder gar untergewichtig?

Generell ist bei der Figurbeurteilung zu beachten, dass weibliche Tiere grundsätzlich zarter gebaut sind als Rüden der gleichen Rasse. Weiterhin spielt der natürliche Körperbau des Tieres eine entscheidende Rolle. So wirken kurzbeinige Hunderassen wie Bullterrier oder Möpse schnell gedrungen und fettleibiger. Ganz anders erscheinen die sehr drahtigen Renn- und Windhunderassen. Diese erinnern den Laien schnell an arme, halb verhungerte Straßenhunde aus Südeuropa und nicht an stolze, sportliche Sprinter. Tatsächlich gehört der Magerlook dieser Hunde aber zu ihrem normalen Typ und ihrer jeweiligen Rasse und ist nicht Ausdruck eines permanent leeren Futternapfes.

Einteilung der Figur nach dem Körperschema

Außerhalb dieser schnittigen Spezialrassen, gibt es klare Anzeichen für zu wenig Speck auf den Rippen des Vierbeiners. Je nach Abmagerungsgrad spricht der Fachmann hierbei von dünn oder in der Folge von untergewichtig. Ist ein Tier zu dünn, sind sowohl die Rippen als auch die Hüftknochen deutlich zu sehen und zu ertasten. Die Taille und der gesamte Bauchbereich erscheinen stark eingezogen. Von oben betrachtet gleicht die Körperform einer Sanduhr mit einer deutlichen Einschnürung in der Mitte. Ab einem Zustand in dem Rippenbögen und Hüftknochen deutlich aus dem Tier heraus stechen, handelt es sich um einen Hund mit Untergewicht. In diesem Stadium beginnt das Fell auszudünnen und große Lücken zu bilden. Das Tier erscheint kraftlos und apathisch. Je nach Schwere und Dauer der Abmagerung kann es zu einer verminderten Körpertemperatur und erhöhten Atemfrequenz kommen. Tiere, die derart geschwächt sind, brauchen lange um wieder zu Kräften zu kommen. Neben einer speziell abgestimmten Ernährung ist eine medizinische Versorgung essentiell.

Unabhängig von der Ausprägung, können die Ursachen für dünne und abgemagerte des Tieres ganz verschieden sein und müssen gründlich untersucht werden.

Auf die richtige Futtermenge kommt es an

Die Größe der Mahlzeiten muss proportional auf Größe, Aktivität und Alter des Hundes abgestimmt sein. Hunde, die stark gefordert werden oder noch wachsen, brauchen ihrem höheren Energieverbrauch entsprechend größere und gehaltvollere Mahlzeiten. Beim Welpen empfiehlt sich die Fütterung auf drei gleichmäßig große Portionen pro Tag aufzuteilen. Hierdurch werden Magen- und Darmtrakt geschont und das Futter besser verwertet. Neben der Menge ist vor allem auch die Qualität der Ernährung entscheidend. Fleisch ist der wichtigste Energielieferant für den Hund und sollte Hauptbestandteil seiner gesunden Ernährung sein. Kombiniert mit wertvollen Kohlenhydraten und Gemüse ist der Hund mit allem versorgt, was er für seinen täglichen Bedarf benötigt. Wählt der Tierhalter ein Trockenfutter für seinen Liebling, muss auf den Fleischgehalt in der Trockenmasse geachtet werden. Minderwertige Trockenfutter enthalten häufig viele Ballaststoffe und wenig wertvolles Fleisch, so dass der Energiegehalt sehr gering ist. Eine Unterversorgung des Hundes kann so auch bei ausreichender Fütterungsmenge entstehen.

Körperlicher Abbau während einer Erkrankung

Infekte, überstandene Erkrankungen oder Operationen können dem Hund mächtig auf den Magen schlagen. Verminderter Appetit, ein entgleister Stoffwechsel und ein erhöhter Energieverbrauch für die Genesung führen schnell zu Kilo-Verlusten auf der Hundewaage. Wichtig ist es den Vierbeiner schonend wieder aufzubauen und ihn in seiner Erholungsphase mit  besonders reichhaltigen Mahlzeiten zu versorgen. Neben viel Energie und Fett benötigt der Vierbeiner einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Zudem sollte das gehaltvolle Mahl leicht verdaulich sein, um den Verdauungstrakt und seinen Stoffwechsel bestmöglich zu schonen. Komponenten wie Reis oder Geflügel gehören hierbei zu besonders leicht verdaulichen Komponenten in der Hundeernährung. Eine gründliche Nachversorgung des erkrankten Tieres muss je nach Schwere der Erkrankung durch einen Tierarzt bewacht und begleitet werden, um einen Rückfall zu vermeiden.

Unbeliebte Mitbewohner

Darmparasiten wie Würmer oder Einzeller führen schnell zu Abmagerung, stumpfem Fell und schlechter Futterverwertung. Regelmäßiges Entwurmen ist deshalb Pflicht und sollte mindestens viermal im Jahr durchgeführt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, müssen die Entwurmungspräparate regelmäßig gewechselt werden. Symptome für einen Wurmbefall können neben einer allgemeinen Abmagerung, Erbrechen, blutiger Durchfall und ein aufgeblähter Bauch sein. Klassische Anzeichen sind zudem ein Juckreiz am After, der sich durch das Rutschen des Hundes auf seinem Gesäß bemerkbar macht. Hochgradiger Wurmbefall kann bis hin zu kritischen Symptomen wie Blutarmut, Darmverschluss und Entzündungen führen. Der Tierarzt kann die Wurmart über eine mikroskopische Untersuchung des Kots bestimmen. Je nach Wurmbefall wird anschließend das passende Präparat gewählt. Bei zweifelhaften mikroskopischen Kotuntersuchungen, schließt sich eine Blutuntersuchung an, die auch eine Untersuchung auf Herzwürmer ermöglicht.

Abnehmen im Alter

Vierbeinige Senioren brauchen im fortgeschrittenen Alter eine besonders liebevolle Pflege. Hierzu gehört auch eine abgestimmte und gute Ernährung, die dem körperlichen Abbau Einhalt gebietet. Die Abmagerung im Alter wird fast ausschließlich durch einen Abbau der Muskulatur verursacht. Um diesem entgegen zu wirken, sollte besonders gutes tierisches Protein gefüttert werden. Bestens eignen sich hierfür Futtermittel, welche viel hochwertiges Muskelfleisch enthalten. Der Stoffwechsel des Hundes nutzt das wertvolle Protein für verschiedene Aufbauprozesse, welche die Muskulatur erhalten. Zusätzlich sind Ergänzungsnahrungsmittel, die Leinöl, Vitamin E und Selen enthalten, wertvolle Energielieferanten um die Senioren auf Trab zu halten. Körperlicher Stress und sportliche Höchstleistungen sollten möglichst vermieden werden. Der Hund zeigt seinem Herrchen meist sehr deutlich, was möglich ist und Spaß bringt. Eine sorgfältige Beobachtung hilft also seinen vierbeinigen Freund gut zu unterstützen.

Geduld und gute Pflege kombiniert mit einer gesunden, abgestimmten Ernährung hilft den Vierbeiner in eine gute Form zu bringen. Bei lang andauernden Krankheitsprozessen sollte sich jeder Tierhalter über die richtige Ernährung seines Hundes informieren. Ein ständiger und guter Kontakt zum behandelnden Tierarzt ist ebenso wichtig, wie die genaue Beobachtung des vierbeinigen Patienten.