Hunde-Ernährung Allgemein

Dieses Dossier Spezial zur Hunde-Ernährung bietet Ihnen wertvolle Einblicke in die richtige – und leider auch falsche – Fütterung von Hunden. Erfahren Sie jetzt, worauf Sie achten sollten.

Wolf mit Frischfleisch

Die Urahnen unserer Hunde kannten weder Dosen- noch Trockenfutter – als Carnivoren bestand die Hauptmahlzeit aus Knochen, Fleisch und Innereien von kleinen bis mittelgroßen Beutetieren. Im Laufe der Domestikation veränderten sich auch die Ernährungsgewohnheiten unserer heutigen Haushunde. Sie ernährten sich zum einen von den Resten menschlicher Nahrung, zum anderen jagten sie weiterhin kleine Beutetiere und hielten so die Häuser und Höfe sauber. Sie waren und blieben Beutegreifer.

Die Futtermittelindustrie hat allerdings den Hund als liebsten Freund des Menschen schnell als schier unerschöpfliche Einnahmequelle entdeckt, denn es gilt dem vierbeinigen Liebling ein gutes, gesundes und wohlschmeckendes Futter zu präsentieren. Erst die Futtermittelindustrie, heute ein milliardenschweres Geschäft, hat uns gelehrt, dass unser bester Freund nicht mehr herkömmlich ernährt werden kann, weil ihm dann wichtige essentielle Nährstoffe fehlen. Was Jahrhunderte und Jahrtausende problemlos funktionierte, soll auf einmal nicht mehr möglich sein, sondern stattdessen Leben und Gesundheit unseres Hundes gefährden. Jetzt braucht man plötzlich Welpenfutter, Juniorfutter, Junghundfutter, Adult-/Erwachsenenfutter, Diätfutter, Seniorfutter, all das selbstverständlich angepasst auf small, medium oder large breed. Es gibt Futter für kleine, große, dünne, dicke, hellfellige, sportliche, träge, gelockte und weiß Gott was für Hunde. Der neueste Trend sind rassespezifische Hundefuttersorten. Extra für den Hütehund, den Labrador, den Windhund, den Mops usw. Hund ist also nicht mehr Hund.

Unzählige Sorten in vielfältigen Geschmacksrichtungen, mannigfaltigen Formen und Farben locken in bunten, teils unglaublich ansprechenden Verpackungen mit den Versprechen für ein langes, gesundes Leben ohne Zahnbelag und mit ewig frischem Atem. Die Hersteller überbieten sich in den gesündesten Zusätzen und die wenigsten Verbraucher realisieren die eigentlichen Inhaltsstoffe, die im Gegensatz zur bunten, ansprechenden Beschreibung, meist in schier unverständlichen Fachbegriffen klein auf der Rückseite aufgeführt stehen. Groß auf den Packungen steht immer öfter zu lesen „ohne Konservierungsstoffe, Zucker, Farbstoffe“ – impliziert diese Umschreibung doch für den Verbraucher ein gesundes und natürliches Futter. Die Krux an der Sache: All diese unbeliebten Zusätze müssen nur dann deklariert werden, wenn der Hersteller sie selbst beimischt. Kauft er Komponenten ein, die diese bereits enthalten, muss er dies nicht.

Was außerdem in vielen Fertigfuttermitteln zu finden ist: Zucker und Getreide! Beides schmeckt gut und ist günstig – aber beides ist für unsere Hunde eher ungeeignet. Es belastet den Stoffwechsel und die Organe, macht dick und träge und kann vom Körper nicht verwertet wertet. Die Folgen sind Überfüllung des Magens durch nachträgliches Aufquellen (dadurch eine größere Tendenz zur gefürchteten Magendrehung), größere Kotmengen, Fehlgärungen im Darm und Blähungen, da der Hund im Gegensatz zum Menschen nur eine begrenzte Menge an Amylasen zur Stärkeverdauung zur Verfügung hat und so der Darm mit getreide- und zuckerhaltiger Kost überfordert ist.

Der Hund ist carnivorer Omnivor, ein fleischfressender Allesfresser. Ihn artgerecht und gesund zu ernähren, bedeutet, seine Natur zu respektieren.

Warum BARF?

Wenn Sie Ihren Hund möglichst naturnah und gesund, ohne schädliche Zusätze ernähren möchten, ist Barf die beste Fütterungsart.

Nicht nur Tierarzt Dr. Ian Billinghurst („Give your Dog a Bone“, „Grow your pups with bones“) rät in seinen Büchern die artgerechteste aller Ernährungsformen für den Hund an – Fleisch, Gemüse, Innereien und Knochen.

Immer mehr Hundebesitzer, Tierärzte, Züchter kommen weg vom Fertigfutter zur natürlichen Ernährung mit Rohfutter. Der Grundgedanke ist die Simulation eines Beutetieres – alles ist roh, das Gemüse (hauptsächlich Salat, zweitrangiger Wurzelgemüse wie Möhren, auch Gurken, Zucchini etc.) wird püriert, das Fleisch wird ebenfalls roh gefüttert (alles außer Schwein), Öl und manchmal auch Kräuter zugesetzt und fertig.

Die Umstellung auf Rohfutter

Die Umstellung auf Rohfutter sollte bei einem gesunden, kräftigen und jungen Hund übergangslos erfolgen. Bei kranken oder älteren Hunden ist es manchmal besser, zuerst mit so genannter Trennkost anzufangen – Gemüse leicht blanchieren, leicht verdauliches Fleisch und natürlich noch leichter verdauliche, weiche Knochen (Kalb) füttern.

Hat ein Hund jahrelang ausschließlich industriell gefertigtes Futter bekommen, kann man im Bedarfsfall vom Tierarzt auch Enzyme besorgen, die die Verdauung erleichtern und helfen, den Magen langsam auf die anspruchsvollere Kost umzustellen.

Hier finden Sie kostenlose Barf-Futterpläne.

Begleiterscheinungen

Hat ein Hund jahrelang industriell gefertigtes Futter bekommen, hat sich sein Magen an den Einheitsbrei gewöhnt und ist „träge“ geworden. Es wird weniger Magensäure produziert. Außerdem haben sich viele Stoffe wie Konservierungs- /Farb- und Geschmacksstoffe angelagert und sobald man mit der rohen Fütterung ohne eben jene Faktoren beginnt, wird der Organismus mit einer richtigen Entschlackung bzw. Entgiftung beginnen.

Bei manchen Hunden bemerkt man kaum Symptome, andere wiederum entgiften mit starken Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Juckreiz, Durchfall etc., in diesem Falle heißt es Geduld und Durchhaltevermögen haben!

Es lohnt sich! Haut und Fell verbessern sich, das Immunsystem wird gestärkt und der Hund weniger anfällig für Krankheiten, durch die geringere Belastung des Organismus hat der Hund mehr Kraft und Energie. Diese und weitere „Begleiterscheinungen“ des Barfens werden immer wieder von Hundehaltern berichtet, die ihre Hunde auf die natürliche Rohfütterung umgestellt haben.

Auch viele „Zivilisationskrankheiten“ wie Allergien und Übergewicht können sich bessern, und nicht selten wird auch über berichtet, dass sich auch das Verhalten der Hunde positiv verändert.

Was man bei der Umstellung beachten sollte: Je länger der Hund industriell ernährt wurde, umso behutsamer muss er an die Knochenfütterung herangeführt werden. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Magensäure erst wieder aufbauen und in ihrem PH-Wert normalisieren muss, um Knochen problemlos zu verdauen. Daher ist es angeraten, die ersten Wochen den Calciumbedarf mit Supplementen abzudecken (Fleischknochenmehl, Calciumcitrat, Eierschalenmehl u. ä.). Danach kann mit weichen Knochen (Hühnerhälse und Kalbsbrustbein) begonnen werden, gerne auch anfangs gewolft.

Getreide - ja oder nein?

Grundsätzlich dient Getreide zumindest in der Futtermittelindustrie als Füllstoff, der in erster Linie den Magen füllt und billiger ist als Fleisch!

Getreide ist einer der Hauptallergie-Faktoren bei vielen Hunden und Hunderassen. Vor allem Weizen und Mais sind hier als Auslöser zu nennen.

Der Hund als Canivor braucht wenige Kohlenhydrate und die bekommt er ausreichend in der Zugabe von frischem Gemüse.

Grundsätzlich lässt sich zum Getreide sagen, dass es in überschaubaren Mengen sicherlich nicht schädlich, aber auch nicht zwingend notwendig zur Lebenserhaltung ist. Hunde können ein gewisses Maß an Stärke durchaus verdauen, da sie im Gegensatz zu ihren Vorfahren den Wölfen mehr Amylase-Enzyme besitzen, jedoch bei weitem nicht in dem Maß wie z. B. der Mensch.

Wenn man sich entschließt, kleine Mengen an Getreide zu füttern, sollte dies in Form von Getreideflocken geschehen. Alternativ und besser verträglich sind Pseudogetreide wie Amaranth, Buchweizen oder Hirse.

Magendrehung

Die Ursachen für Magendrehungen sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird aber ein Zusammenhang mit Überfüllung des Magens (wie sie durch das Aufquellen von Trockenfutter geschehen kann), in Betracht gezogen.

Fertigfutter besteht meist aus großen Mengen Getreide und ist daher sehr quellfähig. Die Pellets oder Kroketten werden durch die Aufnahme von Wasser meist über das Doppelte des eigenen Volumens vergrößert und diese Menge wabert dann im Magen des Hundes und quillt oft noch über Stunden weiter.

Studien ergaben, dass Fertigfutter eine erheblich längere Verdauungszeit benötigt als rohe Kost, was vermutlich an der industriellen Verarbeitung liegt (Getreidebrei an sich weist entgegen der weit verbreiteten Meinung keine längere Verdauungszeit auf!).

Der Vorteil bei der rohen Fütterung ist, dass wirklich nur die gefütterte Menge den Magen des Hundes erreicht, da keine aufquellfähigen Zutaten dabei sind. Somit ist die Möglichkeit einer Magendrehung schon weitaus geringer als beim Fertigfutter. Trotzdem sollte natürlich bei der Mengenverteilung aufgepasst werden – lieber öfter kleinere Mahlzeiten, als einmal eine Riesenmenge!

Mangelerscheinungen

Jahrelang haben uns die Futtermittelhersteller glauben gemacht, dass NUR das industriell gefertigte Futter eine ausreichende Nährstoffversorgung garantiert. Das Schreckgespenst des angefütterten Mangels wurde uns ständig unter die Nase gerieben und beruhigt ging man mit einem „Alleinfutter“ nach Hause, ohne weiter nachzudenken. Dabei liegt es auf der Hand, dass an dieser Behauptung rein gar nichts Wahres dran sein kann, sonst müsste man sich mit ihr längst nicht mehr auseinandersetzen, weil dann alle Hunde längst ausgestorben wären. Wurden sie doch jahrhundertelang eben nicht mit dem „perfekt ausgewogenen Fertigfutter“ ernährt, weil es dieses nämlich noch gar nicht gab. Es ist eine Erfindung der Nahrungsmittelindustrie mitte des 20. Jahrhunderts; vorzugsweise, um auch aus den Dingen noch Geld zu machen, die für die Herstellung menschlicher Nahrung nicht (oder nicht mehr) geeignet waren.

Tatsache ist, dass entgegen der Behauptung der Futtermittelindustrie und vieler Tierärzte Hunde sehr wohl ohne Fertigfutter ausgewogen und bedarfsgerecht ernährt werden können. Meist sogar besser als mit der Dose oder dem Futtersack.

Torel/Kammerers „Jahrtausendirrtum der Veterinär-Medizin“ klärte uns hierzu auf!

Einen Mangel füttert man nicht in ein paar wenigen Wochen an – der Körper braucht Ausgewogenheit, allerdings über einen langen Zeitraum verteilt. Mit einer halb/-bis jährlichen Blutuntersuchung kann man diese Ausgewogenheit der rohen Fütterung gut überprüfen, obwohl das unterm Strich gar nicht nötig ist. Wenn man abwechslungsreich füttert und alle erforderlichen Komponenten dabei Anwendung finden, ergibt sich die Ausgewogenheit praktisch von selbst.

Ergänzungsfuttermittel, Vitaminpräparate und vieles mehr werden in Hülle und Fülle von mehr oder minderer Qualität angeboten, aber was braucht unser Hund wirklich?

Die meisten benötigten Nährstoffe sind in frischer, roher Nahrung enthalten, allerdings sind durch unsere Bewirtschaftungsform und Massenproduktion unsere Lebensmittel nicht mehr so nährstoffreich wie früher. Trotzdem werden die meisten benötigten Stoffe ausreichend abgedeckt, mit Abwechslung in den Fleisch- und Gemüsesorten kann man grundsätzlich den Rest erledigen.

Wenn man sich unsicher ist und ab und an eine Kur machen möchte oder den ein oder anderen sinnvollen Zusatz füttern möchte, damit sämtliche Depots mit Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen wieder aufgefüllt werden, gibt es gute natürliche Produkte, die man ab und an unters Futter geben kann wie Kräuter, Algen (Spirulina, Chlorella), Vitamin C und Propolis.

Vitaminreiches

Grundsätzlich ausschlaggebend für irgendeinen Nahrungsmittel- oder Vitaminzusatz sind der Allgemeinzustand des Hundes und die Klärung des Zustandes des Individuums speziell, sprich ist der Hund aktiv, jung, alt, träge, dick, dünn, sportlich, wird er im Zwinger gehalten bei Wind und Wetter, ist er ein Wohnungshund etc.

Die wasserlöslichen Vitamine C und die B-Gruppe können eigentlich gar nicht überdosiert werden, da der Körper sie im Überschussfall von selber wieder ausscheidet.

Die fettlöslichen Vitamine D, E, A und Vitamin K1 sollten sorgfältig dosiert werden und im Bedarfsfall mit Tierarzt oder Heilpraktiker abgeklärt werden, da sowohl eine Unterversorgung als auch eine Übervitaminisierung verheerende Folgen haben können.

Merke: Nicht jede Mahlzeit muss ausgewogen sein – dies sollte nur auf lange Sicht der Fall sein, indem man ab und an Fleisch-, Gemüse– und Ölsorten variiert und somit über Wochen und Monate ein Gesamtbild mit einer langfristigen Ausgewogenheit erhält!

Warum Gemüse pürieren?

Hunde sind keine Vegetarier und ihr Magen ist grundsätzlich nicht auf das Verdauen von reinen Gemüse- oder Obstportionen spezialisiert. Die zellulosehaltigen Pflanzenzellwände sind für den Hundemagen schier unverdaulich, in zerstörtem Zustand (püriert, blanchiert, gekocht) sieht die Welt aber wieder gänzlich anders aus und der Gemüsebrei kann bestens aufgespalten werden. Die Rohfütterung ist die vitaminerhaltendste Art der Fütterung, da viele Vitamine und Enzyme beim Kochen denaturieren.

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Sind Knochen gefährlich?

Grundsätzlich sind rohe Knochen für Hunde ungefährlich, sogar Huhn, Ente etc. können bedenkenlos gefüttert werden – eben solange sie roh sind. Wobei man vorzugsweise die Knochen von jungen Tieren verfüttern sollte, da sie noch nicht so stark ausmineralisiert sind. Ein altes Suppenhuhn kann durchaus problematisch werden.

Kochen wiederum macht aus allen Knochen, besonders jedoch aus Geflügelknochen, wahre lebensgefährliche Waffen, die Magen und Darm schwer verletzen können. Gekochte Knochen haben eine ganz andere Struktur und splittern gefährlicher als rohe Knochen. Für Fisch und Gräten gilt dasselbe.

Knochen sind für Hunde wichtig. Zum einen liefern sie wichtiges Calcium und Phosphor, zum anderen halten sie die Kaumuskulatur stark und die Zähne sauber.

Beachten sollte man bei der Knochenfütterung folgendes:

  • eine langsame Gewöhnung zu Beginn (mit weichen, ggf. auch gewolften Knochen, erst allmählich steigern)
  • stets Fleisch mitfüttern, da erst dies den Schlüsselreiz für die Produktion der Magensäure gibt, die zur Verdauung der Knochen erforderlich ist
  • Keine tragenden Knochen! Sie sind zu hart und können die Zähne beschädigen
  • Keine Beinscheiben! Die abgenagten und ausgelutschten Knochen können sich über den Unterkiefer schieben und müssen dann in Narkose wieder von einem Tierarzt entfernt werden.
  • Knochen stets unter Beobachtung füttern! Zu gierige Schlinger sollten die Knochen entweder gewolft erhalten oder so groß, dass sie sie unmöglich verschlucken können.

Salmonellen

Der Magendarmtrakt des gesunden Hundes ist, anders als beim Menschen, wesentlich kürzer, die Magensäure viel aggressiver, so dass Salmonellen keine Chance haben. Bisher sind keine Salmonelleninfektionen durch die Rohfütterung bekannt. Bedenkt man, dass Carnivoren auch Aasfresser sind, erklärt es sich von selbst, dass sie mit dem Verzehr von verwesendem Fleisch keine Probleme haben.

Merke: Wenn rohes Fleisch verdirbt, kann dem Hund trotzdem nichts passieren – gekochtes verdorbenes Fleisch setzt eine wahre Giftmischung für den Hund frei, die ihm vehement schaden kann.

Davon abgesehen sollte es selbstverständlich sein, bei der Verarbeitung der Barf-Rationen, gewisse Hygienemaßnahmen einzuhalten. Auch BARF-Shops achten bei der Herstellung auf Sauberkeit und Frische.

Weintrauben

Weintrauben

Weintrauben und Rosinen können für Hunde das pure Gift sein. So warnen unabhängig voneinander ein amerikanisches (ASPCA’s Animal Poison Control Center) und ein britisches (Veterinary Poisons Information Service) Zentrum für Vergiftungsanfälle bei Tieren. Beide Zentren sammeln alle Daten über Vergiftungen bei Tieren, die Ihnen von Tierärzten übermittelt werden.

Merkwürdige Vergiftungen

Bei der Analyse dieser Daten stießen die Forscher auf merkwürdige Vergiftungen bei 19 Hunden (10 in den USA und 9 in Großbritannien). Alle Hunde hatten unterschiedlich große Mengen an Weintrauben oder Rosinen gefressen – Leckereien, die man eigentlich als harmlos einstufen würde.

Die Symptome der Hunde glichen sich

Einige Stunden nach dem Verzehr der Früchte erbrachen sich die Tiere und wurden appetitlos. Durchfall und Bauchschmerzen stellten sich bei einigen Hunden ein. Nach 24 Stunden zeigten die am schwersten betroffenen Hunde die Symptome eines Nierenversagens. Sie wurden sehr ruhig bis lethargisch und konnten kein oder nur noch wenig Wasser lassen.

Bei Blutuntersuchungen stellten die behandelnden Tierärzte neben dramatisch erhöhten Nierenwerten auch eine Hyperkalzämie (zu viel Calcium im Blut) fest. Von den zehn amerikanischen Hunden überlebten nur fünf Tiere.

Bei Verdacht auf eine Weintraubenvergiftung sollten die Hunde zur Entgiftung rasch zum Erbrechen gebracht werden. Evtl. kann man mit Aktivkohle das Gift im Darm binden. Danach muss der Tierarzt vor allem dem drohenden Nierenversagen vorbeugen. Bei schweren Vergiftungen sollte der Hund vom Tierarzt stationär aufgenommen und mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden.

Rosinen sind eventuell gefährlicher

Noch weiß man sehr wenig über die Ursache dieser Vergiftungen. Denn außer dem Verzehr von Weintrauben wiesen sie keine Gemeinsamkeiten auf: Die Vergiftungsfälle ereigneten sich nicht in einer speziellen Region.

Weintrauben und Rosinen gehörten unterschiedlichen Sorten an und waren weder mit Spritzmitteln noch anderen chemischen Mitteln oder Schwermetallen übermäßig belastet. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es tatsächlich die Früchte sind, die die Vergiftungen bei den Hunden ausgelöst haben. Sie vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher als frische Trauben sind, weil sie den giftigen Stoff in konzentrierter Form enthalten.

Bisher gibt es nur Schätzungen

Auch die Dosis, die den Genuss von Weintrauben zum Gift für den Hund macht, ist noch nicht bekannt. Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet 11,6g Trauben pro kg Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20kg schweren Hund rund 232g Trauben). In Großbritannien ermittelten die Wissenschaftler, dass ca. 14g Rosinen/kg Hund zu einem Todesfall bei einem Labrador Retriever geführt haben.

Wichtig ist, die Hunde nicht erst auf den Geschmack zu bringen, damit sie sich nicht selbst bedienen.

Hier stellen wir eine Liste mit weiteren Lebensmitteln zur Verfügung, die für Hunde giftig sind.

Verstopfung

Es kann sein, dass der Hund bei übermäßiger Knochenfütterung oder bei der Umstellung auf Barf ein wenig Verstopfung bekommt. In dem Falle mehr Gemüse und Fleisch füttern, die Knochen reduzieren, die Ölmenge kurzzeitig erhöhen und das Problem müsste sich in kurzer Zeit auflösen.

Sollte der Hund jedoch über mehrere Tage keinen Kot absetzen können, der Bauch sich verhärten oder er Anzeichen von Schmerzen zeigen (aufgewölbter Rücken, Futterverweigerung, Schmerzlaute beim Versuch des Kotabsatzes) sollten Sie unbedingt zum Tierarzt gehen, da es sich um einen (durchaus lebensbedrohlichen) Darmverschluss handeln kann.

Fasten: Ja oder Nein?

Der Hintergrund des Fastens ist, dass man an diesem Tag die Organe ruhen lässt, quasi entschlackt und eben den wölfischen Ahn kopiert, der auch nicht jeden Tag ein Beutetier erlegen konnte. Ob oder ob man nicht fastet spielt für die Gesundheit des Hundes so gut wie keine Rolle.

Im Hinblick auf Wölfe muss man ganz klar sagen, dass diese vermutlich keinen freiwilligen Fastentag einlegen würden. Bei ihnen hängt dieser allein vom Jagderfolg ab. Konnte keine Beute erlegt werden, gibt es auch kein Futter.

Es schadet dem Hund nicht, einen Fastentag einzulegen, allerdings vertragen manche Hunde einen leeren Magen nur schlecht und reagieren dann mit Sodbrennen und Erbrechen von Gallenflüssigkeit. Solche Hunde sollte man keinesfalls fasten lassen.

Einige Hunde legen freiwillige Fastentage ein, die man durchaus respektieren kann. Es ist absolut kein Drama, wenn Hunde mal einen Tag nichts fressen. Das ist für sie kein Problem.

Alternativ zu einem Kompletten Fastentag, kann man auch einen reinen Obst- und Gemüsetag einlegen, an dem der Hund kein Fleisch bekommt. Auch diese Variante ist für einen gesunden Hund möglich.

Letztlich liegt es allein an Ihnen und Ihrem Vierbeiner, ob sie einen Fastentag einlegen oder nicht, ob sie dies jede Woche tun, einmal im Monat oder unregelmäßig hin und wieder. Notwendig ist es nicht unbedingt.

Trocken- und Dosenfütterer

Trockenfutter für Hunde

Auch hier kann man seinem Hund mit natürlichen Nahrungszusätzen etwas Gutes tun, da in vielen sog. Alleinfuttermitteln wertvolle Nahrungsbestandteile fehlen. In erster Linie wären hier pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu nennen sowie das an den hoherkettigen omega-3-Fettsäuren (vor allem EPA und DHA) reiche Fisch-Nachtkerzenöl. Dieser Zusatz beugt Schuppenbildung und entzündlichen Hautveränderungen vor und sorgt für ein glänzendes Fell. Ein Effekt, den Sie auch wirklich sehen können! Bei der Zufütterung mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist allerdings zu beachten, dass gleichzeitig dem erhöhten Bedarf an natürlichem Vitamin E Rechnung getragen wird.

Ebenso ist Vitamin K in Fertigfutter nicht immer vorhanden. Ein Grund dafür mag sein, dass der tatsächliche Bedarf nicht sicher bekannt ist und man vermutet, dass im Darm eine ausreichende Menge von den Darmbakterien gebildet wird. Zunehmend wird jedoch auch diese Tatsache bezweifelt, da Vitamin K als fettlösliches Vitamin nur in Verbindung mit Gallensäuren resorbiert werden kann – und diese erreichen bei der Verdauung nur den Dünndarm und nicht den Dickdarm, in dem die bakterielle Produktion stattfindet. Dies ist auch ein Grund, warum der Kot recht reich an Vitamin K ist.

Vitamin K ist zwar in vielen, vor allem grünen Gemüsen und auch in Leber vorhanden, allerdings ist die Verbindung so instabil, dass sie sehr schnell durch Licht und Kälte zersetzt wird. In der Futtermittelindustrie wird daher auch oft das stabilere, synthetisch hergestellte Vitamin K3 verwendet. Dieses wird aber ganz anders im Organismus verteilt als das natürliche Vitamin und kann daher auch andere Wirkungen entfalten. Nicht umsonst ist Vitamin K3 in der Humanmedizin verboten! Wir empfehlen daher, Futter mit dem natürlichen, pflanzlichen Vitamin K1 zu ergänzen. Wichtig ist hierbei, dass das Vitamin mit fetthaltigen Nahrungsbestandteilen verabreicht wird, da es sonst vom Organismus nicht aufgenommen werden kann.

Die Anreicherung von Fertigfutter mit Gemüse, Obst und Algen ist natürlich bei der Verwendung von Feuchtfutter leichter möglich als bei Trockenfutter. Je nach der Zusammensetzung des verwendeten Futters kann eine Anreicherung Sinn machen. Wichtig ist auch hier: Viel hilft nicht unbedingt viel!

Warum kann ein als komplett bzw. bilanziert bezeichnetes Alleinfuttermittel doch nicht ausreichend für eine artgerechte Ernährung sein?

Sicherlich gibt es bei den verschiedenen Sorten sehr große Qualitätsunterschiede – und die Hersteller bemühen sich mehr oder weniger um artgerechte Ernährung. Allen gemein ist jedoch, dass es sich um stark prozessierte Nahrung handelt, die nur die wichtigsten Bestandteile in einem Mengenverhältnis enthält, von dem man glaubt, dass der Hund sie so braucht. Als Beispiel mögen hier die unterschiedlichen Meinungen zum Kohlenhydrat- bzw. Getreidebedarf angeführt werden, die von wichtig über unnötig bis sogar schädlich lauten. Weiterhin weiß man wenig über den Gehalt von Mikronährstoffen und deren Verfügbarkeit für den hundlichen Organismus in dieser stark verarbeiteten Nahrung. Wir plädieren daher für eine nach besten Wissen und Gewissen aus gesunden und möglichst naturbelassenen Bestandteilen zusammengestellte Nahrung für unsere Hunde nach dem BARF-Prinzip. Gesunder Menschenverstand und sorgfältige Beobachtung der körperlichen Verfassung und das Verhalten des Hundes lassen erkennen, was unserem Hund gut tut und was nicht.

Können Nahrungszusätze zu Alleinfuttermitteln schädlich sein?

Einige Nährstoffe können bei einem Überangebot in der Nahrung schädlich sein. Dies betrifft die fettlöslichen Vitamine A und D sowie das Jod. Zu Futtermitteln, die bereits mit den Vitaminen A und D angereichert sind, sollte daher z. B. kein Lebertran oder andere Mittel, die ebenfalls reich an diesen Vitaminen sind, gemischt werden. Das in der BARF-Diät als Jodquelle vorgesehene Seealgenmehl sollte nicht zusätzlich zu jodhaltigen Fertigfutter verabreicht werden.

Anmerkung

Einige Forschungsarbeiten deuten darauf hin, dass Hunde und andere Carnivoren, nicht aber Katzen, in der Lage sind, überschüssiges Vitamin A auszuscheiden. Inwieweit dies vor Überdosierungen schützt, ist jedoch noch nicht bekannt (s. a. www.gkf-bonn.de).

Autorin: Isolde Altersberger, Apothekerin für Klinische Pharmazie, München. Verfasserin des Heilpflanzen-Katalogs. (Stand: Juli 2008)