Wichtige Spurenelemente für den Hund

Die Mineralstoffe, die der Hund in seiner Nahrung braucht werden in Mengenelemente und Spurenelemente unterteilt. Die Unterscheidung der beiden Gruppen begründet sich in der Menge ihres Vorkommens im Organismus. Die Mengenelemente überwiegen demnach von der Menge im Stoffwechsel. Zu ihnen gehören Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlorid.

Doch auch wenn die Spurenelemente von ihrem Gehalt im Stoffwechsel den Mengenelementen unterlegen sind, so nehmen sie doch sehr wichtige Aufgaben innerhalb des Stoffwechsels wahr und müssen deswegen in der richtigen Dosierung täglich auf dem Speiseplan des Hundes landen. Eine Über- als auch eine Unterversorgung kann schnell zu Symptomen und  chronischen Erkrankungen führen.

Eisen

  • Täglicher Bedarf: 1,4 mg/kg KM
  • Toxisch ab 2g/kg KM

Eisen ist im Stoffwechsel des Hundes vor allem in den roten Blutkörperchen zu finden und übernimmt dort zentrale Aufgaben innerhalb des Sauerstofftransports. Rund 20% des Eisens sind im Organismus als Reserve gespeichert, auf die in Mangelsituationen zurückgegriffen werden kann.

Je nach Bedarf absorbiert der Hund das Eisen aus seiner Nahrung im Dünndarm. Hierfür ist es wichtig, dass das Eisen in löslichen Verbindungen vorliegt, damit der Organismus es nutzen kann. Besonders gut kann der Hund das Eisen aus tierischen Futtermitteln, wie Muskelfleisch und Innereien nutzen.

Bei Ab- und Umbau der roten Blutkörperchen wird Eisen frei gesetzt, was vom Stoffwechsel recycelt und dementsprechend wieder genutzt werden kann. Durch die allgegenwärtige Anwesenheit von Eisen in der Umwelt sind Mangelerkrankungen beim Hund eher die Seltenheit. Lediglich bei einseitiger Verwendung fett- oder zuckerreicher Futtermittel kann es schnell zu Mangel-Symptomen kommen. Auch ein Parasitenbefall mit Blutungen kann zur Anämie und zum Eisenmangel führen.

Bei einer zu hohen Menge von Eisen im Futter kommt es neben lokalen Reizungen der Schleimhaut vor allem zu Absorptionsstörungen anderer Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor. Tödlich für den Hund ist eine Eisen-Aufnahme von 2 Gramm/kg KM.

Kupfer

  • Täglicher Bedarf: 0,1 mg/kg/KM
  • Überdosierung ab 9,0 mg/100g

Kupfer kommt nur in geringen Mengen im Organismus vor, wobei der Hauptteil in der Leber gespeichert ist. Bedeutung hat das Spurenelement als Teil spezieller Enzyme innerhalb des Stoffwechsels. Enzyme sind Verbindungen, die Vorgänge beschleunigen, ohne sich selber dabei zu verändern. Sie sind unentbehrlich für den Stoffwechsel.

Die Absorption von Kuper aus der Nahrung findet vor allem zu Beginn des Dünndarms statt. Liegen die anderen Mineralstoffe in zu hoher Menge vor, so kann die Kupfer-Verwertung darunter beträchtlich leiden. Ausgeschieden wird Kupfer vor allem über die Galle und dien Darm, so dass die Niere umgangen wird.

Bei einigen Terriern kommt eine erblich bedingte Speicherkrankheit des Kupfers in der Leber vor. Folgen sind Zerstörungen und Veränderungen des Leber-Gewebes. Auch bei Dobermännern und Schäferhunden konnte diese spezielle Erkrankung schon beobachtet werden. Neben der züchterischen Sorgfalt ist eine gute Prophylaxe solch gefährdete Tiere möglichst kupferarm zu ernähren.

Bei einem Kupfer-Überschuss in der Nahrung speichern gesunde Tiere dieses in der Leber, was aber nicht zwangsläufig zu Schäden führen muss.

Zink

  • Täglicher Bedarf: 1,0 mg/kg KM

Zink wird innerhalb des Stoffwechsels vor allem im Skelett gespeichert. Es ist wie Kupfer Bestandteil vieler Enzyme, speziell im Protein-Stoffwechsel. Bei einem Mangel an Zink kommt es zu Schäden an Haut und Fell, was die große Bedeutung dieses Spurenelements für diese Systeme deutlich macht.

Bei einem Calcium- oder Kupfer-Überschuss kommt es zu einer verminderten oder schlechten Aufnahme von Zink, so dass ein sekundärer Mangel entstehen kann.

Leidet ein Hund unter Probleme der Bauchspeicheldrüse ist er auch nur begrenzt in der Lage Zink zu verwerten, so dass auch diese Patienten häufig unter einem Zink-Mangel leiden. Ein erhöhter Bedarf an Zink wird im Fellwechsel nötig, sowie bei Hunden mit sehr langem Fell. Auch ein hoher Gehalt an Weizen in der Nahrung kann den Bedarf an Zink erhöhen.

Bei einem Mangel kommt es zu Störungen der Fruchtbarkeit sowie Veränderungen an Haut und Fell. Charakteristisch sind Pigmentverluste, Fellausfall, spröde Haut und eine schlechte Wundheilung. Symptome bei einem Überschuss an Zink sind bisher beim Hund nicht beschrieben.

Mangan

  • Täglicher Bedarf 0,07 mg/kg KM

Mangan liegt in sehr geringer Menge im Hunde-Organismus vor, hat aber dennoch wichtige Aufgaben im Stoffwechsel zu erfüllen. Es ist somit verantwortlich für die Funktion diverser Enzyme und wirkt an der Verarbeitung von Phosphor mit. Ein spontaner Mangel an Mangan ist beim Hund bis heute nicht bekannt. Die Toleranz für dieses Spurenelement ist hoch, so dass auch keine Symptome bei hoher Dosierung zu erwarten sind.

Jod

  • Täglicher  Bedarf 15 ug/kg KM

Jod kommt im Körper vor allem in der Schilddrüse vor, da es Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist. Das Jod, das mit dem Futter aufgenommen wird, wird vom Stoffwechsel zu beinahe 100% genutzt. Ungenutztes Jod wird vor allem über die Nieren ausgeschieden. Da der Jod-Verbrauch im engen Zusammenhang mit dem Energieverbrauch steht, haben sehr aktive Hunde einen höheren Bedarf an Jod (siehe auchSeealgenmehl).

Häufig werden Hunde, die überwiegend mit reinem Fleisch gefüttert werden, unzureichend mit Jod versorgt. Reich an Jod sind beispielsweise der Schlund, aber auch diverse Fisch- und Algen-Sorten.

Ein Jod-Mangel konnte schon häufiger beim Hund beobachtet werden, da auch durch das Kochen der Futtermittel Jod verloren geht. Symptome bei einem Mangel sind eine Vergrößerung der Schilddrüse, ungenügender Hormonbildung, Leistungsabfall und Fellausfall. Zudem kann es zu Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen kommen.

Andersherum kann auch ein Überschuss an Jod in der Nahrung sich negativ auswirken, da auf diese Weise die Schilddrüsenfunktion schnell eingeschränkt werden kann. Eine Überdosierung kann durch eine chronische hohe Jod-Gabe verursacht werden. Häufiger ist jedoch der Fall, dass die betroffenen Hunde jodhaltige Salben oder Teile abgeleckt haben.

Kobalt, Selen und Fluor

Der Tagesbedarf für Selen liegt bei 5ug/Kg Km am Tag. Dieses Spurenelement ist wichtig im Zusammenhang mit dem Muskelaufbau, bei dem es eine Symbiose mit Vitamin E ergibt. Vor allem sehr sportliche Hunde haben deswegen einen etwas höheren Bedarf an Selen. Überdosiert wirkt es chronisch toxisch ab einer Menge von 0,5-1 mg/100 Gramm Futter. Es kann nach chronisch hoher Einnahme zu Blutarmut, Lebernekrosen und Tod des Tieres kommen. Der tägliche Bedarf von Kobalt liegt bei 5 ug/kg KM während Fluor nur in sehr geringen Spuren lebensnotwendig zu sein scheint.