Erste Hilfe beim Hund

Wer die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe für den Hund kennt und eine kleine Hausapotheke für den Vierbeiner zusammenstellt, kann sinnvoll Hilfe leisten und dem Tierarzt die Behandlung erleichtern.

Unterwegs kann mit einfachen Mitteln improvisiert werden, um dem Tier zu helfen. In Notfallsituationen ist häufig notwendig, dass man als Tierbesitzer selber weiß, was zu tun ist, statt untätig auf Hilfe durch Andere zu warten.

Mit ein bisschen Grundwissen sind auch Laien in der Lage Wunden provisorisch zu verbinden, Schmerzen zu lindern und den Vierbeiner zu beruhigen, bis der Tierarzt erreicht ist.

Wunden

Bei allen offenen Wunden ist es wichtig, diese  erstmal gründlich zu reinigen und alle eingedrungenen Teile, Sand und Schmutz, vorsichtig zu entfernen. Die einfachste Methode ist das Auswaschen der Wunde mit Leitungswasser. Nach dem Waschen muss die Stelle abgetupft werden und zusätzlich mit einer Jodtinktur oder Ähnlichem  aus der Apotheke behandelt. Größere Schnitte müssen vom Tierarzt genäht und verbunden werden.

Wunden richtig verbinden

Bei größeren Verletzungen oder Brüchen muss dem Vierbeiner für den Weg zum Tierarzt ein Verband angelegt werden. Dieser hat drei wichtige Aufgaben zu erfüllen: Er soll eine Blutstillung bewirken, die Wunde schützen und gegebenenfalls die betroffene Gliedmaße ruhig zu stellen. Um die spätere Untersuchung durch den Tierarzt nicht zu erschweren, muss der provisorische Verband ohne Salben oder Jod-Tinktur angelegt werden. Die Wunde wird mit einer sauberen Kompresse sorgfältig abgedeckt und diese mit einer kleinen Binde befestigt.

Augenverletzungen

Erste Maßnahme bei Verletzungen am Auge ist es, denn Hund am weiteren Kratzen zu hindern. Für Spülungen des Auges immer nur klares Wasser und nie andere Substanzen benutzen. Zur Stillungen von Blutungen hilft ein kleiner Druckverband bis der Tierarzt erreicht ist.

Verbrennungen

Verbrennungen oder Verbrühungen im Hundealltag sind keine Seltenheit. Je nach dem Grad der Verbrennung sind die Symptome sehr unterschiedlich und gehen von einer leichten Rötung der Haut bis hin zu Brandblasen, abgestorbenen Fellfetzen oder verkohlten, schwarzen Stellen. Am besten hilft die schnelle Kühlung mit fließendem Wasser. Brandsalben oder andere Hausmittel bitte auf keinen Fall benutzen.

Der Schock – eine unterschätze Gefahr

Zusätzlich zur eigentlichen Verletzung und abhängig von ihrer Schwere, kann sich das Tier in einem Schockzustand befinden. Ein Schock kann bis zum Kreislaufversagen führen.

Ein Tier im Schock ist ein absoluter Notfall und verlangt sofort Erste Hilfe. Der Vierbeiner muss gewärmt werden und schnell viel Flüssigkeit verabreicht bekommen. Ruhiges und besonnenes Handeln ist besonders wichtig, da Panik sich schnell auf den Vierbeiner überträgt und keinem hilft.

Rasches Handeln bei Vergiftungen

Die effektivste „Erste Hilfe“-Maßnahme bei Vergiftungen ist die Gabe von Kohletabletten. So wird die Giftaufnahme im Körper verzögert, da die Kohle das Gift im Magen abfängt.

Bei jeglichem Verdacht einer Vergiftung des Hundes ist Eile geboten, denn ein rasches Handeln ist oft entscheidend. Wenn es möglich ist, sollte das aufgenommene Gift mit in die Praxis genommen werden, um die Wahl der richtigen Behandlung zu erleichtern.


Das gehört in die Notfall-Apotheke

  • Sterile Gaze/nicht fusselndes Tuch
  • Desinfektionslösung zur Wundreinigung
  • Kompressen (inkl. Kompressen mit Metallbeschichtung)
  • Verbandwatte
  • Elastische Fixierbinden
  • Schere
  • Pinzette (zur Beseitigung von Fremdkörpern aus der Wunde)
  • Handschuhe
  • Arnika (zur Unterstützung der Behandlung)
  • Rescuetropfen (zur Beruhigung)
  • Betaisodona Salbe (zur Behandlung von kleinen Schrammen)
  • Maulkorb/Schnauzenband (bei aggressiven Hunden oder Angstbeißern zur Fixierung während der Behandlung)